Review Published - Der Bibelkanon in der Bibelauslegung

My review of Der Bibelkanon in der Bibelauslegung: Methodenreflexionen und Beispielexegesen (eds Egbert Ballhorn, Georg Steins) has at last been published on RBL.

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Two New Collections on Kanon/Canon

While it is still 2007 I felt I should mention two new collections of essays on canon ("kanon" in the German spelling). I've had the chance to work through them both by now, and have just submitted a review of the larger collection to RBL. Since it has to be approved by the editors first, I expect it will not appear there for a few months yet (but if you're desperate for an English summary, feel free to contact me).

The first to appear, in September, was Bernd Janowski, ed., Kanonhermeneutik: Vom Lesen und Verstehen der christlichen Bibel (Neukirchen-Vluyn: Neukirchener, 2007). It contains essays from six contributors.

Kanonhermeneutik            Bibelkanon


The second to appear, in November, was Egbert Ballhorn and Georg Steins, eds., Der Bibelkanon in der Bibelauslegung: Beispielexegesen und Methodenreflexionen (Stuttgart: Kohlhammer, 2007). It contains 21 essays by 17 scholars. I quoted from this volume here recently, and I will certainly link my review once RBL processes it.

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The Moratorium on Canon

I am currently reviewing a new collection of essays which puts me in mind of two canon sessions I attended at SBL. As I mentioned before San Diego, that the sessions were separate seemed a recipe for parties of the debate not just talking past one another, but talking to themselves. Unfortunately this seems to have occurred to some extent. In one session S. Chapman argued for a core canon extending to the biblical period. In the other, several panelists upheld a “consensus” moratorium on canon terminology.

But as one editor of the new volume writes (in context, he is addressing four typical strategies for banning talk of canon):
Nach der dritten Strategie ist „Kanon“ ein „anachronistischer“ Begriff, weil er in den biblischen Texten selbst nicht auftauche. Dieses neben den genannten Strategien ebenfalls in mehreren Beiträgen von Hubert Frankemölle ständig wiederholte Argument ist wenig überzeugend, eigentlich sogar unwissenschaftlich, weil es den Status von „Kanon“ als Reflexionsbegriff ignoriert. Mit dem gleichen Argument müsste man den anachronistischen Begriff „Theologie“ mit Bezug auf das Neue Testament streichen; denn weder kommt dieser Terminus im Neuen Testament vor, noch wird er heute in der gleichen Weise gebraucht wie etwa in der profanen oder christlichen Antike. Die auch bei Frankemölle zu Recht weiterhin verwendete gewohnte exegetische Fachterminologie hat ebenfalls keinen Anhalt in den zu untersuchenden Texten; aber das ist auch wissenschaftlich überhaupt kein Problem. Mit der unverzichtbaren Differenzierung von vox und res und der Einsicht in die Wandelbarkeit von Begriffen entspannt sich die Situation und verlieren auch die Vorbehalte gegenüber einer Reihe gängiger exegetischer Begriffe ihren Grund. Im Übrigen ist jede Bibelauslegung notwendigerweise „anachronistisch“, wenn sie relevant sein will.

And a little later Steins suggests:
Unausgesprochen scheint mir den genannten Vorbehalts-Strategien die Sorge zugrunde zu liegen, dass die Exegese sich unter der Hand von einer primär historischen in eine dogmatische Disziplin wandeln könnte, also Weichenstellungen des späten 18. Jahrhunderts revidiert werden könnten. Diese „Weichenstellung“ bedarf jedoch ihrerseits der Kritik, denn sie hat verhindert, im 19. Jahrhundert den Kanon als historisches Phänomen in die Exegese zu integrieren. Der Kanon ist gewissermaßen als Phänomen der Verfremdung der Bibeltexte aus der kritischen Bibelwissenschaft ausgeklammert worden. Dass in der gegenwärtigen Diskussionslage ein anderer Umgang mit dem Kanon in exegetischer Perspektive möglich ist, sehe ich als großen Fortschritt an; die Gefahr des Dogmatismus besteht immer, ist aber kein Argument.

Those quotes come from 115 and 116, respectively, of G. Steins, “Kanon und Anamnese,” in Ballhorn and Steins, eds., Der Bibelkanon in der Bibelauslegung: Beispielexegesen und Methodenreflexionen (Kohlhammer, 2007). I’ll post more on the collection under review in due course.
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Vienna SBL Sessions on Canon/Kanon

Georg Steins is co-hosting two session in Vienna on the closure of the canon, one in the morning and one in the evening of Tuesday, 24 July. I hope to be there. Details and abstracts, from the SBL program book, are as follows:

24-09

EABS: The Closure of the Hebrew Bible Canon: Inside and Outside Perspectives / Der Abschluss de Kanons der Hebräischen Bibel. Innen- und Außensichten Session I

7/24/2007

8:30 AM to 11:30 AM

Room: HS 28 - Hauptgebäude

Georg Steins, Universität Osnabrück, Presiding
Johannes Taschner, Kirchliche Hochschule Bielefeld-Bethel, Presiding

Georg Steins, Universität Osnabrück
Zwei Konzepte - ein Kanon. Zur Gestalt und Gestaltung des TaNaK / Two Concepts – One Canon. Form and Design of the TaNaK (30 min)
Discussion (15 min)

Johannes Taschner, Kirchliche Hochschule Bielefeld-Bethel
Die Reichweite der Kanonformel in Deuteronomium 4,2 / How Far Does the Canonic Formula of Deuteronomy 4:2 Reach? (30 min)
Discussion (15 min)
Break (30 min)

Andreas Ruwe, Universität Greifswald
Zur Entstehung des Pentateuch: Kanonisierung als fortschreitende Konstitutionalisierung / On the Formation of the Pentateuch: Canonization as progressive Constitutionalization (30 min)
Discussion (30 min)


24-35

EABS: The Closure of the Hebrew Bible Canon: Inside and Outside Perspectives / Der Abschluss de Kanons der Hebräischen Bibel. Innen- und Außensichten Session II

7/24/2007

1:30 PM to 4:30 PM

Room: HS 28 - Hauptgebäude

Georg Steins, Universität Osnabrück, Presiding
Johannes Taschner, Kirchliche Hochschule Bielefeld-Bethel, Presiding

Egbert Ballhorn, Universität Osnabrück
Psalm 151: Eine Innensicht Davids - außerhalb des Psalters / Psalm 151: David from Inside, Outside of the Psalter (30 min)

Matthias Millard, Kirchliche Hochschule Bielefeld-Bethel
Der Kanon als ein didaktisches Konzept / The Canon as a Didactic Concept (30 min)

Carola Krieg, Universität Mainz
Der Bibelkanon - Javne - Rabbinsche Stimmen / The Canon of the Bible, Javne, Rabbinical Voices (30 min)



A number of the contributers are involved in the soon-forthcoming Der Bibelkanon in der Bibelauslegung: Beispielexegesen und Methodenreflexionen, edited by Steins and Ballhorn.

From about a year ago I found this list of contributors scheduled for that volume:
Egbert Ballhorn (Hildesheim), Christoph Dohmen (Regensburg), Thomas Hieke (Regensburg), Matthias Millard (Bielefeld-Bethel), Tobias Nicklas (Nijmegen), Karl-Wilhelm Niebuhr (Jena), Silvia Pellegrini (Berlin), Klaus Scholtissek (Würzburg), Ludger Schwienhorst-Schönberger (Passau), Georg Steins (Osnabrück), Johannes Taschner (Bielefeld-Bethel).

Looks like the SBL sessions could be a good preview for the book.
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Universität Osnabrück on BSC

Georg Steins sends regrets in an official response on behalf of the Institut für Katholische Theologie, at the Universität Osnabrück, because (in his words) "wir in Osanbrück viel zu verdanken haben." The letter appears here with his permission.


Sehr geehrte Frau Childs,

mit großer Bestürzung und Betroffenheit habe ich die Nachricht vom plötzlichen Tod Ihres Mannes, des Kollegen Professor Brevard S. Childs, erhalten. Als Direktor des Instituts für Katholische Theologie an der Universität Osnabrück spreche ich Ihnen, Ihren Kindern und der ganzen Familie mein aufrichtiges Beileid aus.

Mit Brevard S. Childs verliert die internationale Bibelwissenschaft eine mutige Persönlichkeit und einen herausragenden Gelehrten. Ihr Mann gehört zu den Pionieren einer Neuen Biblischen Theologie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Wiederentdeckung des Kanons als Schlüssel einer theologischen Bibelinterpretation hat zahlreichen Kolleginnen und Kollegen nicht nur einen Weg gewissen, sondern eine breite Bahn geöffnet, auf der wir in noch unerforschtes Neuland gelangen können. Ich wüsste keinen anderen Exegeten zu nennen, dessen Werk in den zurückliegenden Jahrzehnten in der Fachwissenschaft so tiefe Spuren hinterlassen hat.

Die neue Richtung des „canonical approach“ findet in der deutschsprachigen Exegese erst allmählich größere Beachtung; lange Zeit stieß der Ansatz ihres Mannes in der Fachwelt auf Skepsis, nicht selten auch auf Ablehnung. Die Bibelwissenschaft in Osnabrück ist dem Wirken Ihres Mannes schon seit längerem auf besondere Weise dankbar verbunden: Wir, d.h. mein Kollege Professor Christoph Dohmen (der jetzt in Regensburg lehrt) und ich, haben Anfang der 90er Jahre begonnen, das Werk Ihres Mannes intensiver zu studieren und mit seinem Blick die Bibel als Kanon zu reflektieren. Von Christoph Dohmen kam dann die Anregung, das großen Werk „Biblical Theology of the Old and New Testaments“ ins Deutsche zu übersetzen; die Übersetzung ist schließlich 1994 und 1996 unter dem schönen Titel „Die Theologie der einen Bibel“ in zwei Bänden beim Herder Verlag in Freiburg im Breisgau erschienen.

Das Werk Ihres Mannes hat für nicht wenige Exegetinnen und Exegeten der jüngeren Generation in Deutschland schon jetzt gewissermaßen „kanonischen“ Rang erreichen, in dem Sinne, dass es auch unabhängig von seinem Autor weiterwirkt und immer neue Kräfte freisetzt – zum fortwährenden Hören auf das Wort Gottes in den vielen Worten der einen Heiligen Schrift.

Wir wollen Gott danken, dass er uns und der Welt diesen Diener des Evangeliums geschenkt hat, und wünschen Ihnen und Ihrer Familie in all Ihrer Trauer und Ihrem Schmerz das feste Vertrauen auf den, der unseren Anfang und unser Ende in seinen guten Vaterhänden hält.

Es grüßt Sie

gez. Georg Steins
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